Ölkur beim Hund

– sanfte Pflege ohne Beschweren


Ölkur bei trockenem Fell – warum sie sinnvoll ist

 

In Kapitel Pflegestoffe geht es bei mir vor allem um Feuchtigkeit – und das aus gutem Grund.


Aber: Feuchtigkeit allein reicht nicht immer.

Gerade bei trockenem, brüchigem Deckhaar können Öle eine wertvolle Ergänzung sein – wenn man sie richtig einsetzt.
Nicht dauerhaft im Fell, nicht als Finish, sondern als Ölkur vor dem Bad.

So pflegen Öle, ohne zu beschweren.

Warum eine Ölkur vor dem Bad – und nicht danach?

 

Öle können dem Haar Geschmeidigkeit geben, Spitzen schützen und Struktur verbessern.

Bleiben sie jedoch dauerhaft im Fell, können sie:

  • Schmutz anziehen
  • das Haar strähnig wirken lassen
  • die Pflegefähigkeit verschlechtern

 Als Kur vor dem Baden passiert folgendes:

 

✔ Das Haar nimmt sich, was es braucht

✔ Überschüsse werden wieder ausgewaschen

✔ Kein Fettfilm bleibt zurück, kein Build-up Effekt

 

Das Ergebnis ist genährtes, aber leichtes Fell.

 

Meine Erfahrung – früher und heute

 

 

Ich habe Ölkuren schon vor vielen Jahren bei Juma und Mika eingesetzt.
Ihr Deckhaar war manchmal trocken und brüchig – was bei silikonfreier Pflege oft erst richtig sichtbar wird. Nicht, weil die Pflege schlechter ist, sondern weil nichts mehr kaschiert wird und der ehrliche Haar-Zustand sichtbar ist.

 

Davor hatte ich Öle teils im Conditioner verwendet. Das war oft einfach zuviel und es bleibt ein Film im Haar. Die Ölkur vor dem Bad gezielter – und deutlich bewusster:

 👉 Öl als Kur vor dem Bad, nicht als Leave-in.

 

Zum ersten mal habe ich nun die Ölkur auch bei Frida gemacht – mit dem gleichen Prinzip.

Meine Anleitung unten zeigt wie ich bei ihr vorgehe.

⚠️ Wichtige Info: Ölkur nur auf „freiem“ Haar

Ich empfehle Ölkuren nur, wenn du dein Fell grundsätzlich ohne Silikone und ohne synthetische Filmbildner pflegst – und auch keine Sprays nutzt, die solche Stoffe enthalten.

Warum? Silikone, Polyquaternium, Quats & Co. legen sich wie eine Schicht um das Haar. Wenn das Fell „beschichtet“ ist, kann das Öl nicht sinnvoll einziehen – es liegt nur oben drauf, macht schneller Strähnen und kann Schmutz anziehen.

Merke: Erst wenn das Haar frei ist, kann eine Ölkur wirklich pflegen. Dann nimmt das Fell auf, was es braucht – und der Rest wird beim Baden wieder ausgewaschen.

Welche Öle ich verwende

 

Ich nutze reine, unverfälschte Öle – keine Mischungen, keine Zusätze, keine Silikone.

Bewährt haben sich bei mir:

  • Jojobaöl (sehr leicht, haarähnlich, ideal für Langhaar)

  • Mandelöl (sanft, gut verträglich)

  • alternativ: Arganöl, Macadamiaöl

Wichtig:
👉 100 % Öl
👉 keine Duftstoffe
👉 keine synthetischen Zusätze

Seren oder Haaröle für Menschen sind nicht geeignet. Sie sind meist Mischungen und enthalten fast immer Silikone oder andere Filmbildner und sind für ein Leave-in-Finish gedacht – nicht für Hunde. 


So mache ich die Ölkur Schritt für Schritt

1️⃣ Trockenes Fell einölen
Ich verteile das Öl mit den Händen im Deckhaar, in Längen und Spitzen.
Nicht triefend – aber schon sichtbar fettig.
Alternativ kann ein Öl-Sprüher aus der Küche genutzt werden. Normale Sprühflaschen sind meist nicht geeignet und verstopfen schnell wenn sie mit Ölen genutzt werden.

2️⃣ Einwirkzeit: 30–60 Minuten

Damit das Öl in das Haar einziehen kann (und nicht in die Couch), mache ich entweder einen Spaziergang, auf dem das Öl ins Haar einziehen kann und das Haar aufnimmt, was es braucht, oder ich packe den Hund in einem Bademantel und so kann das Öl auch ohne Spaziergang einziehen.   Ich lasse das Öl ca 30-60 Minuten einwirken.

 

⚠️ Hinweis aus der Praxis:
Manche Hunde möchten sich wälzen. Daher beim Spaziergang besser an der Leine lassen ;-)

3️⃣ Baden wie gewohnt
Shampoonieren und gründlich ausspülen, danach wie gewohnt Conditioner einarbeuten, einwirken lassen und ausspülen. Beim Waschen wird überschüssiges Öl zuverlässig entfernt.

 

 

4️⃣ Trocknen & Pflege danach
Entweder das Haar föhnen oder an der Luft, mit oder ohne Bademantel (einen frischen, nicht den worin die Ölkur eingewirkt hat).  Ich bürste meist erst am nächsten Tag. wenn das Haar komplett getrocknet ist.

Mein Fazit

 

Ölkuren sind kein Allheilmittel – aber ein richtig gutes Werkzeug, wenn:

  • das Fell trocken oder brüchig ist

  • silikonfrei gepflegt wird

  • Spitzen zusätzlichen Schutz brauchen

  • man den Extra-Kick Pflege ins Haar geben will

Entscheidend ist der Zeitpunkt und die Vorgehensweise.
Vor dem Bad: JA. - Nachträglich im Fell ohne Auswaschen: eher NEIN.

So bleibt das Haar leicht, gepflegt und gut kämmbar – ohne Fake-Effekt, ohne Beschweren.

 

Ich persönlich bin begeistert wie schön sich das Haar anfühlt nach einer Ölkur. Die Struktur hat eine genährte Griffigkeit und die Farbe ist auch viel stärker und wirkt intensiver.

 

Hier ein paar Ergebnis-Bilder nach der Kämmsitzung am Tag nach der Ölkur:


Vorher

Nachher



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Da ich nicht alles, was man für selbstgemachte Kosmetik gut gebrauchen kann, im eigenen Sortiment führe, verlinke ich hier einen Shop, den ich empfehlen kann und bei dem ich meine Rohstoffe selbst einkaufe:

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Der Link ist eine persönliche Empfehlung, ohne Kooperation oder Provision.

 



alte Galerie der Ergebnisse nach einer Öl-Kur von Juma & Mika (RIP)


Mehr Infos zu Pflegestoffen in der Hundepflege im Ratgeber Kapitel 4  *klick*